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Steuern in Spanien für Residente und Nichtresidenten

27 Febrero, 2015

schreiben Sie uns Dr Crespo

STEUERN IN SPANIEN FÜR NICHT- RESIDENTEN (ÜBERBLICK)

 Diese Informationen ersetzen keine professionelle juristische Beratung, welche wir Ihnen gern auf Anfrage anbieten.

 1.        Einführung

 Die folgenden  Informationen beziehen sich ausschliesslich auf die steuerlichen Verpflichtungen von in Spanien nicht- residenten Angehörigen anderer Staaten. Nicht- Resident ist man u.a. dann, wenn man sich nicht mehr als 182 Tage im Jahr in Spanien aufhält, nicht seinen ständigen Wohnsitz oder das Zentrum seines Lebens in Spanien hat.  

 Es ist unmöglich konkrete Steuerhinweise zu geben, ohne Ihre genauen persönlichen Umstände zu kennen. Diese Informationen sollen daher nur als erste kurze Orientierungshilfe für  Sie im spanischen Steuersystem dienen.

 Wir übernehmen  keine Verantwortung für etwaige Handlungen, die Sie im Zusammenhang  mit dem Lesen dieser unverbindlichen Hinweise tun bzw. unterlassen.

 2.        Das spanische Steuersystem

 Die für die Steuern in Spanien verantwortlichen Behörden sind die Agencia Estatal Tributaria (AEAT- Hacienda), die regionalen Steuerbehörden oder andere Steuerbehörden, deren Zuständigkeit von der Art der zu erhebenen Steuer abhängt. Die Zuständigkeit ist nach Provinzen geregelt, jede spanische Provinz hat ihre eigene Hauptbehörde, mit den jeweiligen Unterbehörden.

 Auch als Nicht- Resident sind Sie in Spanien verpflichtet, sich um das für sie geltende Steuerformular, die ordnungsgemässe Abgabe Ihrer Steuererklärung, und die fristgemässe Einzahlung des geschuldeten Steuerbetrages, zu kümmern. 

 Steuern, die im Zusammenhang mit dem Übergang von Vermögen anfallen

 

a)      Impuesto sobre Transmissiones Patrimoniales - I.T.P.

 Diese Steuer fällt an, wenn sie in Spanien Land/Boden oder Gebäude/ Häuser/ Wohnungen erwerben.

 Grundsätzlich beträgt diese Steuer 7 % der im notariellen Kaufvertrag eingetragenen Kaufsumme.

 In der Vergangenheit hat dies dazu geführt, dass in vielen Verträgen ein niedrigerer Kaufpreis angegeben wurde, um weniger Steuern bezahlen zu müssen. Es ist jedoch nicht so, wie oft angenommen wird, dass diese Praxis weitverbreitet ist. Für diese Fälle ist eine hohe Strafe angedroht. Ausserdem ist dies meist nur eine kurzfristige Steuerersparnis, da bei einem möglichen späteren Verkauf, der offiziell eingetragene Kaufpreis für die Berechnung der zu zahlenden Steuer, als Basis zugrundegelegt wird.

 b) Impuesto sobre el Valor Añadido - I.V.A.

 Diese Steuer entspricht der deutschen Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer (MwSt/USt). Der allgemeine Steuersatz liegt bei 16 % , der ermässigte bei 7 %. Hinzu kommt noch eine Dokumentengebühr (I.A.J.D.) in Höhe von 1% des Ankaufpreises.Der Vollständigkeit wegen sei in diesem Zusammenhang noch auf die regional unterschiedlichen Verwaltungsgebühren hingewiesen. Diese sind abhängig von Art und Wert des Eigentums. 

 Vermögenssteuern

 a)      Impuesto Sobre Bienes Inmuebles - I.B.I. (Grundsteuer)

 Dies ist die wichtigste lokale Steuer, die erhoben wird, wenn man Eigentum in Spanien besitzt. Für die Berechnung der Steuer wird der im Register eingetragenen Wert der Immobilie zugrundegelegt, die Höhe des steuerlichen Prozentsatzes ist regional verschieden. Diese Steuer ist jährlich zu entrichten.

 b)      Tasas

Darüberhinaus werden noch regional unterschiedliche Gebühren für bspw. die Müllentsorgung oder die Strassenreinigung erhoben. In der Regel sind diese Gebühren jedoch nicht sehr hoch.

 Persönliche Steuern

 a)      Impueso Sobre el Patrimonio – I.P. (Vermögenssteuer)

 Die spanische Vermögenssteuer ist auch von Nicht- Residenten zu zahlen, auch wenn sie sonst nicht der allgemeinen Steuerpflicht in Spanien unterliegen. Für die Berechnung werden alle sich in SPANIEN befindende Vermögenswerte, wie Häuser und Autos, manchmal auch das Bankguthaben, zugrundegelegt. Nicht besteuert werden die Vermögenswerte, die nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien, davon ausgenommen sind. 

 Für die ersten 167.129,00 €  beträgt der Steuersatz 0,2%, danach steigt er langsam an.

 b)      Impuesto sobre la renta de las Personas Fisicas (Einkommenssteuer)

 Alle in Spanien nicht- residente Personen müssen einmal jährlich eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Zugrundegelegt werden hierbei nur die in Spanien erzielte Einkünfte, sämtliche Einkommen aus anderen Staaten sind für die Berechnung unerheblich.

 Ein typisches Beispiel für hierbei zugrundezulegendes Einkommen, ist das Einkommen aus der Vermietung oder Überlassung von Haus- oder Wohnungseigetnums an Dritte. Das erzielte Einkommen muss in der jährlichen Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

 Selbst wenn die Immobilie ausschliesslich selbst genutzt werden sollte, muss  Einkommenssteuer gezahlt werden. In diesem Fall wird als Bemessungsgrundlage 1,1% des eingetragenen Katasterwerts für die Berechnung zugrundegelegt. Der Steuersatz davon beträgt dann 24%. 

 Das in Spanien versteuerte Einkommen muss auch in der deutschen Steuererklärung deklariert werden. Eine Doppelbesteuerung wird hierbei jedoch aufgrund des oben bereits erwähnten Abkommens zwischen Deutschland und Spanien vermieden.  

 c)      Impuesto sobre las Ganancias Patrimoniales  (Gewinnsteuer)

 Für nicht– residente Personen in Spanien wird der Wertzuwachs, die Differenz zwischen der im notariellen Kaufvertrag genannten Verkaufs- und der früheren Kaufsumme, grundsätzlich mit 18%  versteuert. Sollte das Eigentum vor 1996 erworben worden sein, so ergeben sich daraus einige Berücksichtigungen hinsichtlich des Steuersatzes.

 d)      Impuesto sobre Sucesiones y Donaciones – I.S.D.

(Erbschafts- und Schenkungssteuern)

 In Spanien will der Staat, wie auch in den meisten anderen Ländern, im Falle einer Erbschaft auch “ein grosses Stück vom Kuchen” abhaben. Wie gross dieses sein wird, hängt davon ab, wie gut man seine Erbangelegenheiten im Vorfeld geregelt hat.

Die Erbschaftssteuer ist abhängig von der Höhe des geerbten Vermögens, je mehr geererbt wird, desto höher ist der Steuersatz. Ebenfalls entscheidend für die Höhe der Steuer ist der Grad des Verwandschaftverhältnisses zwischen Erblasser und Erben. Sehr enge Verwandte wie Ehegatte oder Kinder zahlen einen niedrigeren Steuersatz als  entferntere Verwandte oder Bekannte. Ausserdem wird bei engen Verwandten ein bestimmter, nicht unerheblicher, Steuerfreibetrag angesetzt.

 Beispielsweise zieht eine Erbschaft, die nur einem Nicht-Verwandten verrerbt worden ist, eine sehr hohe Erbschaftssteuer nach sich. Im Gegensatz dazu fällt die Steuer wesentlich geringer aus, wenn das Vermögen mehrere nahen Angehörigen vererbt worden ist. Desweiteren zahlen vermögende Erben einen höheren Steuersatz als weniger vermögendere, dabei wird allerdings nur das in Spanien gelegene Vermögen für die Berechnung zugrundegelegt, so dass meist im Falle von nicht in Spanien residenten Erben keine prakischen Probleme auftreten.

 Beachtet man alle diese Ausführungen, so kann man die Erbschaftssteuer, die in den meisten Fällen sehr hoch ist, durch kluge Vorausplanung stark minimieren, so, wenn das Vermögen an die nähsten Angehörigen, wie Kinder oder Ehegatten, vererbt wird. Die Steuer wird noch geringer, wenn das Erbe unter diesen aufgeteilt wird.

 Die Höhe der Erbschaftssteuer ist ebenfalls regional unterschiedlich. So wird in einigen Regionen überhaupt keine Steuer erhoben, wenn Erblasser und Erben engste Verwandte, und beide in dieser Region ansässig waren bzw. sind.

 Sollte die spanische Erbschaftssteuer nicht innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod des Erblassers an die zuständige Steuerbehörde gezahlt worden sein, muss mit hohen Strafen gerechnet werden. 

 Abschliessend möchten wir in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass es sich empfiehlt bereits frühzeitig dahingehende Vorkehrungen zu treffen, damit das eigene Vermögen auch wirklich bei denen ankommt, für die es bestimmt ist. Weitergehende Informationen zum Thema Erbschaft und Testament finden Sie in unserer nebenstehenden Übersicht.

 3. Vertretung in Steuersachen

 Bis vor einiger Zeit hatte die spanische Gesetzgebung  geregelt, dass jeder, der sich nicht das gesamte Jahr über in Spanien aufhält, aber hier bestimmte geschäftliche oder private Beziehungen unterhält, die ihn steuerpflichtig machen, für die Zeit seiner Abwesenheit  jemanden benötigt, der ihn in dieser Zeit steuerliche Aspekte betreffend vertritt.

 Dies ist nun nicht mehr streng vorgeschrieben, jedoch sind wir davon überzeugt, dass es in jedem Fall ein vorteilhafter Schritt ist, und empfehlen grundsätzlich nicht- residenten Ausländern die Hinzuziehung eines professionellen Beraters in allen Steuerfragen.

 Ein solcher Steuerberater übernimmt die Regelung aller steuerlichen Angelegenheiten für seinen Auftraggeber, besonders in der Zeit seiner Abwesenheit. Die spanischen Steuerbehörden funktionieren anders als die deutschen. So gibt es sehr oft, für den Steuerpflichtigen nachteilige, Fehler in der Berechnung der Höhe der Steuer. Summieren sich diese Fehler, oder erfährt man aufgrund seiner Abwesenheit gar nichts von den geforderten Beträgen, so kann dies ausgesprochen negative Folgen haben. So kommt es hierzulande wesentlich schneller als in Deutschland zu Pfändungen und Versteigerungen, schon bei relativ geringen Steuerschulden.

 Nur durch die Beauftragung eines im “Colegio de Abogados” zugelassenen professionellen Rechtsanwalts, oder eines im “Colegio de  Economistas” zugelassenen professionellen Steuerberaters kann man sicher sein, dass alle erforderlichen Steuern frist- und ordnungsgemäss an die zuständigen Steuerbehörden gezahlt werden, und allen unerwünschten Problemen in diesem Zusammenhang aus dem Weg gehen. Auch wenn bereits derartige Unannehmlichkeiten aufgetreten sein sollten, unterstützen wir gern bei der Einleitung eines entsprechenden Beschwerde-, Widerspruchs- oder Klageverfahrens gegen die Entscheidungen der Steuerbehörde.

 Wir bieten die Beratung und Erledigung aller steuerlichen Angelegenheiten von in Spanien nicht-residenten Ausländern für 185,00 € zzgl. I.V.A. pro Jahr an, darin eingeschlossen sind ebenfalls die Ehepartner und Kinder.

 4. N.I.E. (Numero de Identificacion de Estranjeros)

 Eine solche Identifikationsnummer sollten alle Ausländer haben, egal ob steuerpflichtig oder nicht, die irgendwelche geschäftliche oder auch private Beziehungen, in Spanien unterhalten. Selbst wenn man derzeit noch nicht die Notwendigkeit der Beantragung einer solchen Nummer sieht, so wird man bald bemerken, dass man diese in Spanien bereits schon für alltägliche Handlungen benötigt. So ist diese Nummer bspw. bei  sämtlichen  Bankeinzahlungen anzugeben, oder wird auch unbedingt für die Eröffnung eines Bankkontos erforderlich. Die N.I.E. ist bei der Ausländerabteilung der zuständigen lokalen Polizeistation zu beantragen.

 Wenn Sie noch Fragen an uns haben sollten, oder weitere Informationen wünschen, zögern Sie bitte nicht uns unverbindlich anzurufen,  Tel: (0034) 96 574 02 20 oder mit uns per e-mail: info@drcrespo.com, Kontakt aufzunehmen!

 

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